Fachdidaktik Deutsch | Überzeugungen von Studierenden zu Fachdidaktik und Fachwissenschaft sowie deren Vernetzung im Lehramtsstudium für das Fach Deutsch
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Überzeugungen von Studierenden zu Fachdidaktik und Fachwissenschaft sowie deren Vernetzung im Lehramtsstudium für das Fach Deutsch

Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, welche expliziten und impliziten Überzeugungen fortgeschrittene Studierende des Lehramtsstudiums Deutsch zu Relevanz und Nutzen von Fachwissenschaft und Fachdidaktik sowie deren Vernetzung haben.

Eine Voraussetzung von Lehrerbildung ist die Passung der Lernangebote zu den Überzeugungen der Studierenden. (Hascher 2014) Demnach ist es wichtig zu wissen, welche Überzeugungen Lehramtsstudierende zu den verschiedenen Ausbildungsanteilen in den jeweiligen Fächern und zu deren Vernetzung haben, um daraufhin auch die Angebote prüfen und möglicherweise anpassen zu können. Außerdem zählen Überzeugungen auch zur professionellen Kompetenz von Lehrkräften (Baumert/Kunter 2006) und müssen auch in der universitären Ausbildung als Teil der Professionalisierung Berücksichtigung finden. Es gibt bereits qualitative Studien, die sich mit Überzeugungen von Lehramtsstudierenden beschäftigen. Diese beziehen sich auf die Lehrerbildung insgesamt und sind fächerübergreifend (z.B. Schröter 2014). Um zu möglichst konkreten Aussagen zu kommen, ist diese Studie fachspezifisch für das Lehramtsstudium Deutsch angelegt. Somit rücken Fachdidaktik Deutsch und die germanistische Fachwissenschaft in den Fokus.

Lehrerüberzeugungen werden dabei nach Reusser/Pauli (2014) verstanden als wertende und für richtig erachtete Vorstellungen, die sich auf Lernen, Lehren sowie ihre eigene Identität beziehen. Diese können sowohl explizit als auch implizit sein. Geht man davon aus, dass Überzeugungen als Informationsfilter sowie als Denkrahmen fungieren (Fives/Buehl 2012), wird die Relevanz der Überzeugungen zum Gelingen von Lehrerbildung deutlich.

Die Dissertationsstudie geht somit der Frage nach, welche Überzeugungen Lehramtsstudierende des Faches Deutsch zu Relevanz und Aufgabe von Fachwissenschaft und Fachdidaktik sowie deren Vernetzung in der universitären Lehrerbildung haben.

Als Reflexionsanlass für diese Studie sollen Kooperationsseminare aus Literaturwissenschaft und Fachdidaktik an der Universität Jena dienen. Lehrende der Literaturwissenschaft und Deutschdidaktik zeigen als Team in einem Seminar auf, wie fachwissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven auf literarische Texte aufeinander bezogen werden können. (Zühlsdorf et al. in Vorb.) Durch das Aufeinandertreffen beider Perspektiven in einem Seminar werden die Studierenden angeregt, über die Bedeutung der einzelnen Domänen sowie deren Verhältnis nachzudenken.

Die Forschungsfrage begründet ein qualitatives Vorgehen. Als Erhebungsinstrument wurden problemzentrierte Interviews (Witzel/Reiter 2012) gewählt, weil sie durch ihre Prinzipien Problemzentrierung, Gegenstandsorientierung und Prozessorientierung besonders geeignet erscheinen.

Die Interviews, die mit 13 Studierenden nach dem Besuch solcher Kooperationsseminare geführt wurden, werden mit dokumentarischer Methode nach Nohl (2017) ausgewertet, um sowohl explizit formulierte Überzeugungen herausarbeiten wie auch implizite Orientierungen der Studierenden rekonstruieren zu können.

Die Dissertation entsteht im Rahmen des vom BMBF in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ geförderten Projektes ProfJL.

Dissertationsprojekt: Felix Zühlsdorf