Fachdidaktik Deutsch | Zur Sprachlichkeit in Inszenierungen literarischen Lernens
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Zur Sprachlichkeit in Inszenierungen literarischen Lernens

Im Fokus des Habilitationsprojekts steht die literaturdidaktisch bislang eher vernachlässigte kommunikative und epistemische Funktion von Sprache in der Auseinandersetzung mit Literatur. Im Rahmen einer Video-Studie wird geklärt, wie Wissensbestände in Unterrichtsgesprächen über Literatur sprachlich realisiert werden. Gegenstand des Forschungsprojekts sind Unterrichtsgespräche über Literatur, die als„Inszenierungen literalen Lernens“ (Scherf 2017) betrachtet werden. Mit Zabka (2015) sind für das Gespräch im Literaturunterricht zunächst zwei (Teil-)Funktionen voneinander zu unterscheiden: erstens die Funktion literarischer Gespräche für die Erkenntnisgewinnung und angemessene Vermittlung literarischer Verarbeitungsstrategien; zweitens die Anbahnung bzw. Erweiterung eines (literalen) Sprachregisters und des präzisen Sprachgebrauchs durch Gespräche über Literatur. Während die erstgenannte Funktion im literaturdidaktischen Diskurs wiederholt thematisiert wird, ist die zweitgenannte, spracherwerbsbezogene Perspektive auf die Auseinandersetzung mit Literatur – insbesondere im Hinblick auf den Nachvollzug von Verstehensprozessen – bislang eher vernachlässigt worden. Das vorliegende Projekt leistet einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke, indem untersucht wird, wie Wissensbestände in Unterrichtsgesprächen über Literatur sprachlich realisiert werden. Grundlage für die Studie bilden videographierte Unterrichtsstunden zum selben literarischen Text, die in einem Mixed-Method-Ansatz sowohl kategorial kodiert als auch sequenzanalytisch ausgewertet werden, um umfassende Erkenntnisse über die Lehrer-Schüler-Interaktion im Unterrichtsgespräch zu gewinnen.

Habilitationsprojekt: Dr. des. Frederike Schmidt